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Mit 5G ins Gigabit-Zeitalter

Es soll bis zu 100 Mal schneller sein als sein Vorgänger: Mit 5G steht ein neuer Mobilfunkstandart in den Startlöchern, der Datenraten von bis zu 10.000 Mbit/s erreichen kann. Nutzer könnten mit diesen Werten selbst hochauflösende UHD-Filme innerhalb von wenigen Sekunden herunterladen oder selbst in nur wenigen Minuten verschicken. Für Mobilfunkanbieter bedeutet diese neue Technologie jedoch auch, dass bisherige Volumentarife, meist gedeckelt auf ein paar Gigabyte im Monat der Vergangenheit angehören werden. Einfach, weil User innerhalb von Augenblicken mit 5G diese Grenzen sprengen könnten. Bis die Technik jedoch Flächendeckend verbaut wird, kann es noch einige Jahre dauern.

So geht der aktuelle Mobility Report von Sony Ericson (https://www.ericsson.com/en/mobility-report) davon aus, dass 2019 nur gut vier Millionen Mobilfunkanschlüsse mit 5G existieren werden. Bis 2023 sollen dann eine Milliarde Menschen von den neuen Standards profitieren können. Gut 118 Millionen User davon sollen nach ersten Schätzungen in Westeuropa sein. Der Löwenanteil wird jedoch wohl in Asien und Ozeanien liegen, wie Sony Ericson vermutet. Der zweitgrößte Markt wird in Nordamerika vermutet, also in den USA und Kanada.

E-Plus Gründer will Big Bang im Mobilfunk

Wer und wie die neuen Mobilfunkstandards rund um 5G in Deutschland an die Endkunden kommt, ist aber noch nicht klar. Erst Anfang 2019 wird es eine Versteigerung geben, bei der wohl alle Netzbetreiber miteinander konkurrieren werden. Eine Bieterschlacht dürfte die Folge sein, welche eine Zersplitterung des Bandbreiten-Marktes zur Folge haben könnte. Bereits bei 4G und LTE konnte man das beobachten. Auch aus diesem Grund möchte Horst Lennertz, Mitbegründer von E-Plus und Lichtgestalt der Mobilfunkbranche, einen „Big Bang“ auf dem Mobilfunkmarkt erreichen, wie die Wirtschaftswoche berichtet (https://www.wiwo.de/unternehmen/it/deutschland-so-klappt-der-big-bang-im-5g-mobilfunk/22889816.html). Ziel ist es, dass der deutsche Markt die Lücke zu Asien und den USA schließen kann. Gerade im Vergleich wurde die Republik von diesen Märkten in den vergangenen Jahren digital nahezu abgehängt.

Gigabit-Netz, auch für ländliche Regionen

Dass Lennertz es ernst meint, beweist er mit dem E-Plus Discounter 1&1 Drillisch. Das kleine Unternehmen hat sich durch eine Kooperation mit Telefonica nämlich garantierte Recht an dem neuen 5G Standard bereits gesichert. Erst kürzlich wurde es für zwei Milliarden Euro an den Internet-Konzern united Internet verkauft (1&1). United Internet möchte 5G auch dazu nutzen, bisher unterversorgte Regionen in Deutschland mit schnellem Internet zu versorgen. Testweise arbeitet diese Technik bereits heute in Hamburg und München, die auf kleine Funkstationen setzt, welche an das vorhandene Glasfasernetz angeschlossen werden. Bis 2022 sollen über 26.000 Stationen von Telefonica mit der schnellen Faser verbunden werden. So sollen laut Drillisch und Telefonica nahezu alle Haushalte bis dahin ans Gigabit-Netz angebunden werden.

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