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Überwachung der Mitarbeiter im Home-Office

Durch Corona haben viele Firmen auf Home-Office umgestellt, doch die Prozesse sind teilweise schlichtweg nicht vorhanden. Nach einer oftmals misslungenen Startphase zwischen Internet- und Kommunikationsproblemen, konnte sich Home-Office mittlerweile zum Alltag etablieren. Doch viele Vorgesetzte stellen sich häufig die Frage, ob die Mitarbeiter in den eigenen Wänden wohl produktiv genug sind. Zu groß könnte die Ablenkung durch Kinder, Garten, Balkon, Hausarbeit oder Co sein. Welche Möglichkeiten gibt es derzeit am Markt, um Mitarbeiter zu überwachen? Welche Kennzahlen können diese automatisierten Programme zudem liefern?

Die Problematik mit Überwachungsprogrammen

Die meisten Programme zur Überwachung funktionieren nur über den PC. Ausgewertet werden Klicks, Bewegungen mit der Maus, Reaktionsgeschwindigkeiten und Co. Allerdings kann nur dies ausgewertet werden, welches vorher auch eingegeben wurde. Ansonsten benötigt es spezifischere Programme mit künstlicher Intelligenz, welche laufend dazulernen. Doch es gibt bei beiden Systemen große Probleme. Viele Mitarbeiter führen auch Telefonate, schreiben auf Papier und Zettel oder nutzen den Taschenrechner – alles Eingaben, welche nicht durch Programme ausgewertet werden. Alles Zeit, welche de facto durch das Programm als „nicht arbeitend“ identifiziert wird. Auch die besseren KI-Systeme lernen lediglich vom Nutzer. Spielt ein Nutzer zum Beispiel während der Arbeit ein Computerspiel, würde mehr spielen zu einer besseren Produktivitätszahl führen.

Standardauswertungen liefern ebenso falsche KPIs

Viele Programme liefern zudem Standardauswertungen. So kann mit ERP Programmen etwa die Anzahl der Buchungen pro Mitarbeiter ausgegeben werden. Diese Zahl – ein Key Performance Indikator, kurz KPI – sagt aber relativ wenig aus. Trotzdem wird er noch von vielen unwissenden verwendet. Ein Mitarbeiter macht etwa tausend von automatisierten Buchungen in wenigen Sekunden, während der andere Mitarbeiter alle Fehler, welche sich nicht automatisiert verbuchen lassen, bereinigt. Dies sind lediglich wenig Buchungen und benötigen den gesamten Monat. Damit steht fest: Die Anzahl der Buchungen pro Mitarbeiter ist keine geeignete Kennzahl zur Messung.

Möglichkeiten im Home-Office

Die einzige Möglichkeit, welche es derzeit im Home-Office zur effektiven Überwachung gibt, ist Kontrolle und Führung. Die Mitarbeiter können laufend eine Tages- oder Wochenbericht über die geleistete Arbeit abgeben. Durch gezielte Maßnahmen der Führung kann somit auch im Home-Office die Produktivität erhöht und gesteigert werden. Zudem ist bewiesen, dass Krankenstände im Home-Office sinken, Mitarbeiter entspannter sind und es weniger körperliche Beschwerden gibt.

Lückenlose Überwachung schadet dem Unternehmen

Außerdem ist eine lückenlose Überwachung nicht nur demotivierend für den Mitarbeiter und setzt diesen unter enormen Stress, sondern verhindert jegliche Kreativität. Überwachung in der höchsten Form funktioniert nur, wenn der Prozess genau definiert und dokumentiert ist. Wenn jeder Arbeitsschritt bekannt ist und es keine Ausnahmen gibt. Aber genau in diesem Fall sollte der Mensch sowieso durch die Maschine abgelöst werden. Man kann nur hoffen, dass eine Überwachung der Mitarbeiter im Home-Office nie nötig wird noch zur Anwendung kommt.

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